Würden Sie Ihren Chef auf der Straße erkennen?

Wenn Sie auf diese Frage mit Ja antworten, dann arbeiten Sie bestimmt nicht in einem virtuellen Team. Vielleicht interessiert es Sie dennoch, wie es in einem solchen abläuft? Gar nicht so sehr anders als in Ihrem Büro!

Beim letzten Mal galt mein Artikel den Arbeitstechniken, die man einsetzen sollte, um im virtuellen Team erfolgreich arbeiten zu können. Heute geht es in erster Linie nicht um Techniken, sondern um Kompetenzen und Verantwortlichkeiten.

WER weiß WAS?

Ein virtuelles Team besteht in der Regel aus Personen mit den unterschiedlichsten Kenntnissen und Fähigkeiten. Da ist der SEO Manager, die Texterin mit redaktionellem Hintergrund, der Programmierer, der Grafiker, die Journalistin, der Webdesigner, der virtuelle Assistent und noch viele andere, die sich für eine Kooperation im virtuellen Team entschieden haben. Sie alle verbindet ein Ziel. Das kann beispielsweise die Planung und Erstellung einer Homepage, ein Relaunch, ein Ausbau oder die kontinuierliche Produktion von Content zu unterschiedlichen Zwecken sein.

Im virtuellen Büro gibt es keine Kärtchen und keine Türen: Daher gibt es auch keine Kärtchen an Türen, auf denen sich Name und Verantwortungsbereich leicht wiederfinden lassen.

Was man als virtueller Auftragnehmer sieht: Alle Teammitglieder haben schöne Avatare. Der virtuelle Assistent tritt vielleicht als Tiger in Erscheinung, die Redakteurin als Kirsche und der Grafiker als Comicfigur. Manche präsentieren sich auch mit wunderbaren Fotos.

Was man als virtueller Auftragnehmer nicht sieht: Alle – der Tiger, die Kirsche und Bugs Bunny – haben Kompetenzen. Aber welche?

Nur, wenn man weiß, mit welcher Person man es zu tun hat, kann etwas wie Teambuilding auch dann entstehen, wenn man sich persönlich überhaupt nicht kennt

Wer nicht weiß, an wen er sich wenden kann, muss sich selbst durchwurschteln. Sich allein durchzuwurschteln ist jedoch das Letzte, das man – egal in welchem – Team tun sollte. Das Bereitstellen seiner persönlichen Informationen ist daher für Freelancer, die im virtuellen Raum arbeiten, von signifikanter Bedeutung.

Information bereitstellen!

Ich möchte hier noch einmal die Maßgeblichkeit der Bereitstellung von Information zu seinen Kompetenzen hervorheben. Um sich in einem Gefüge, das sich aus Freelancern verschiedenster Branchen und Themengebieten zusammensetzt, zurechtfinden zu können, ist es im virtuellen Raum überaus wichtig, seine Kenntnisse und Fähigkeiten – inklusive der Kenntnisse diverser Programme, Apps oder Online Plattformen – schriftlich zu kommunizieren. Und so zu hinterlegen, dass sie ein jedes Teammitglied leicht finden kann. Das Bereitstellen dieser Information kann auf der eigenen Homepage geschehen, oder im Portfolio von Xing.

Wer hat die Bereichsverantwortung?

Im Team geht es aber nicht nur um Fähigkeiten, sondern auch um Verantwortung. Einen „Chef“im herkömmlichen Sinn gibt es ja im virtuellen Team, in dem sich Freiberufler und Selbstständige zusammenfinden, nicht. Aber im Normalfall gibt es dennoch jemanden, der die Verantwortung für einen gewissen Bereich übernimmt.

Würde jeder nebeneinander nur das tun, was er selbst für richtig hält, bezahlt der Auftraggeber zu viel Arbeitszeit, die bei richtiger Kommunikation nicht notwendig wäre. Zu oft habe ich schon erlebt, dass Arbeiten doppelt und auf verschiedenen Lösungswegen erledigt wurden. Erst danach folgten Skype- oder Telefonkonferenztermine. Der Auftraggeber bezahlt in solchen Fällen doppelt: Er bezahlt die unzureichend erledigte Arbeit der (zwei, drei, vier,… ) Auftragnehmer, die Zeit der Telefonkonferenz der (zwei, drei, vier,…) Auftragnehmer sowie die Arbeit, die in die Korrekturen dieser (zwei, drei, vier,…) Auftragnehmer fließt.

Im virtuellen Team gibt es also dennoch so etwas wie einen „Chef“. Einen Freelancer, der die Hand über seinen Teilbereich hält. Diejenigen Leute, die gemeinsam mit ihm in diesem Bereich arbeiten, sind ihm zwar nicht unterstellt. Funktionieren kann das Erreichen eines Ziels jedoch immer nur dann, wenn die Kooperation funktioniert.

Tipp: Auf der Projekt Management Plattform Slack ist es möglich, seine Verantwortung im Feld „mein Job“zu hinterlegen. Das erleichtert den anderen Mitgliedern des virtuellen Teams das Leben ungemein. Besonders dann, wenn nachgefragt oder abgesprochen werden muss, und man nicht weiß, an wen man sich wenden soll.

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2018-10-11T11:35:17+00:00Oktober 11th, 2018|Inhaltsverzeichnis, virtuelle Zusammenarbeit|

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